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Von Bildung ausgeschlossen -
Globale Aktionswoche 2004
Zusammenfassung
Öffentlicher Druck durch Kinder
Während der Globalen Aktionswoche 2004 haben Kinder weltweit das
Recht auf "Bildung für Alle" eingefordert. Sie hatten in
verschiedenen Kampagnen und Aktionen die Möglichkeit, in nationalen
und regionalen Parlamenten, Versammlungen und lokalen Räten ihren
Forderungen nach besseren und effizienteren Schulen Gehör zu verschaffen.
Ziel dieser weltweiten Aktionen war es, die Politiker so unter öffentlichen
Druck zu setzen, dass sie ihre Augen nicht mehr von dem Problem abwenden
können, dass über 110 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen können.
"Bildung für Alle"
Global March machte während der Globalen Aktionswoche besonders auf
die Tatsache aufmerksam, dass Millionen von Kinderarbeitern von Schulunterricht
ausgeschlossen sind. Global March Koordinatoren und Partner in über
100 Ländern nahmen mit Aktivitäten an der Aktionswoche teil. Im Mittelpunkt
stand dabei immer das Ziel "Bildung für Alle" - speziell unentgeltliche,
freie, qualitativ gute Grundschulbildung für alle - und die Überwindung
von Kinderarbeit. Damit sollte deutlich werden, dass eine wichtige
Ursache für Kinderarbeit fehlender Zugang zu Bildung ist. Würde eine
allgemeine Schulpflicht mindestens für das Grundschulalter für alle
Kinder konsequent umgesetzt, könnten Millionen von Kindern zwischen
5 und 14 Jahren vor Kinderarbeit geschützt werden. Ein weiterer wichtiger
Grund ist, dass in vielen Staaten Grundschulbildung nicht unentgeltlich
ist, so dass sich arme Familien Schulbildung einfach nicht leisten
können. Somit ergibt sich ein Kreislauf - Kinder arbeiten, weil das
Angebot an entsprechender Bildung fehlt, aber "Bildung für Alle" wird
niemals erreichbar sein, solange Kinder arbeiten statt zur Schule
zu gehen.
Forderungen von Global March
- Regierungen und die internationale Gemeinschaft sollen ihre Versprechen
und Pflichten gemäß der von ihnen unterzeichneten UN Kinderrechtskonventionen
erfüllen, so dass Kinder nicht durch Arbeit oder Armut von ihrem Recht
auf Bildung ausgeschlossen werden.
- Alle Regierungen sollen die ILO-Konvention 182 gegen die schlimmsten
Formen von Kinderarbeit ratifizieren und umsetzen. Gleiches gilt für
die ILO-Konvention 138 über das Mindestalter zur Aufnahme einer Beschäftigung.
Die Konvention 138 sollte bestenfalls die Einführung einer allgemeinen
Schulpflicht bis mindestens zum 14. Lebensjahr nach sich ziehen.
Ziele von Global March (GAW 2004)
- Hervorheben der schicksalhaften Folgen für Kinder, die statt in
die Schule zu gehen, arbeiten.
- Kindern eine Plattform zu bieten, sich selbst für das Recht auf
Bildung aktiv zu engagieren.
- Organisationen, die sich gegen Kinderarbeit und für allgemeine Schulbildung
engagieren, sollen gestärkt werden, in dem Netzwerke ihre Kommunikation
und gemeinsame Lobbyarbeit für Bildung ausbauen.
Millionen von Kindern und Jugendlichen sind von Schulbildung
ausgeschlossen
- Mehr als 110 Millionen Kinder - die meisten von ihnen Mädchen -
gehen nicht in die Grundschule. 44 Millionen von diesen Kindern leben
in Afrika, 32 Millionen in Süd- und Westasien und 14 Millionen in
Ostasien.
- Ein Drittel aller Kinder - und jedes zweite in Afrika - haben nicht
einmal 5 Schuljahre abgeschlossen. Obwohl ein Kind mindestens 5 Jahre
zur Schule gehen muss, damit es ausreichende Fähigkeiten im Lesen
und Schreiben erlernen kann.
- Mehr als 140 Millionen junger Menschen zwischen 15 und 24 Jahren
bleiben Analphabeten. 83 Millionen von ihnen leben in Süd- und Westasien,
30 Millionen in Afrika und 13 Millionen im Nahen Osten.
Gründe für fehlende Schulbildung
Kosten von Schulbildung: Die Kosten für Bildung sind für viele
arme Familien unerschwinglich. In vielen Entwicklungsländern ist die
Schulgebühr für Regierungs- oder private Schulen beinah genau so hoch
wie ein Monatsgehalt. Als Schulgebühren in Kenia, Uganda, Tansania
und Malawi abgeschafft wurden, verdoppelt oder verdreifachten sich
die Einschulungsraten. (Was aber nichts über die ebenso wichtige Qualität
der Bildung aussagt, denn diese verbesserte sich nicht.) 2004 waren
es mindestens noch 101 Länder, in denen Kinder für die Grundschule
Schulgebühren zahlen mussten. Aber auch in den Ländern, in denen Schulgebühren
als solche abgeschafft sind, lasten auf den Eltern oft noch weitere
erhebliche Kosten - z.B. für Schuluniformen, Transport, Essen oder
Bücher und Heft.
Benachteiligung und Diskriminierung von Mädchen und Frauen:
Die Mehrheit der Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind Mädchen.
Weshalb auch die Analphabetenquote unter Frauen am höchsten ist. In
Afrika and Südasien besuchen 14 Millionen weniger Mädchen als Jungen
die Grundschule.
Behinderung: In vielen Ländern wird nicht die erforderliche
Hilfe bereitgestellt und entsprechende Maßnahmen ergriffen, um Kindern
mit körperlicher oder geistiger Behinderung Schulbildung zu ermöglichen.
(Gewaltsame) Konflikte: Kriege und gewaltsame Auseinandersetzungen
zerstören meist das Leben der Zivilbevölkerung und das Leben in Kommunen.
Weder in Flüchtlingscamps noch in zerstörten Städten und Dörfern kann
Kindern der Zugang zu Bildung gewährleistet werden. Dies verbaut ihnen
entscheidende Zukunfts- und Arbeitschancen. Frieden ist deshalb eine
wichtige Voraussetzung für die Durchsetzung von Kinderrechten.
Schlechte Qualität des Schulunterrichts: In vielen Ländern
fehlt es in den Klassenräumen meist an der einfachsten Ausstattung,
um effizient unterrichten und gut lernen zu können. Unterrichtsmaterialien
wie Lehrbücher, Schreibhefte oder Schulbänke sind wenn überhaupt nicht
ausreichend oder eben gar nicht vorhanden. Häufig fehlt es auch einfach
an gut ausgebildeten Lehrern, die einerseits über fachliches Wissen
und andererseits über gute pädagogische Kompetenzen verfügen. Problematisch
ist auch das Lehrer-Schüler-Verhältnis, so sind in einer Klasse häufig
weit mehr als 40 Kinder. Unter diesen Umständen, ist es zwar möglich
zu behaupten das Kinder die Schule besuchen, aber tatsächlich erhalten
sie keine angemessene Schulbildung, die ihre Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten
ausreichend vervollständigen würde.
Fehlen von sozialen, kulturellen und lokalen Bezügen im Lehrplan:
Einige Regierungen entwerfen Pläne für den Bildungsbereich, die nicht
flexible und starr angelegt sind. In stark ethnisch, religiös und
sprachlich zerklüfteten Staaten ist ein Einheitsplan sehr problematisch,
denn Lehrpläne, die nicht an sprachliche, kulturelle und religiöse
Bedürfnisse und Bedingungen angepasst sind, können dazuführen, dass
Eltern ihre Kinder aus Glaubens- oder Überzeugungsgründen nicht zur
Schule schicken oder die Gemeinschaft als Ganzes die staatliche Schuleinrichtung
ablehnt.
Kinderarbeit: Neben all diesen Gründen ist Kinderarbeit der
offensichtlichste Hinderungsgrund, dass Kinder nicht zur Schule gehen.
Eine große Zahl von Kindern geht nicht zur Schule, weil sie in irgendeine
Form von Arbeit involviert ist. Kinderarbeit uns fehlende (Grund-)Schulbildung
sind zwei Seiten einer Medaille, denn Kinderarbeit ist eine Barriere,
um allgemeine Schulbildung durchzusetzen, aber fehlender Zugang und
nicht-effiziente Bereitstellung von Bildung treiben Kinder in die
Arbeit.
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