Deutsche Sektion Global March
Letztes Update: 24/09/05
 

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New Bubajjwe Primary School - Grundschule in Kampala, Kawempe District

Bulungi CBO

Basic Education and Health for Community Development

 

NEWS:

Zum Abschreiben verpflichtet. Vom Alltag in einer Grundschule in Kampala, Uganda. mehr...

 

Als "Uni-Botschafter" in Uganda. Juniorprof. Dr. Dirk Rübbelke (TU-Chemnitz) übergibt 261 Schulbücher an die New Bubajjwe Primary School in Wert von 1.020 Euro im Juli 2005. mehr...

 

Afrika-Europa-Tag, 15.11.2005 an der TU-Chemnitz. Neben zahlreichen Vorträgen sollen alle Spenden zur Instandsetzung der Schulgebäude der New Bubajjwe Primary School zu Gute kommen. mehr...


Foto: D. Rübbelke

Bulungi - Community Based Organisation (CBO)

Bulungi ist ein Ausdruck in Luganda, - einer lokalen Sprache, die überwiegend in der Hauptstadt von Uganda - Kampala - gesprochen wird - der verwendet wird, wenn jemand sagen will das es ihm gut geht. Gut, in Beziehung auf Gesundheit, finanzieller Lage, Familie, eigenes Wohlbefinden oder wenn man sagen will, dass etwas hübsch oder schön ist. Also ein durch und durch positiver Ausdruck.

In Kawampe - einem District von Kampala, in dem überwiegend ärmere Menschen wohnen - hat sich im April 2005 eine Community Based Organisation - eine auf die Belange der lokalen Gemeinschaft bezogene Organisation - gegründet. Die CBO ist momentan noch im Entstehen und arbeitet in einem kommunalen Rat einen Arbeitsplan aus. Zu den Aufgaben der CBO sollen in erster Linie die Entwicklung von Programmen zu medizinischer Grundversorgung und gesundheitlicher Vorsorge als auch die Bereitstellung von Grundschulbildung an der New Bubajjwe Primary School sein. Während sich das Gesundheitsprogramm noch im Aufbau befindet, gibt es die Grundschule bereits seit 1997.

New Bubajjwe Primary School

Die Schule wurde auf Initiative einer Familie gegründet, die in einem kleinen Teil des Kawempe Districts Bildung für benachteiligte Kinder bereitstellen wollte.

In der Schule gibt es zwei Vorschulklassen (Nursery Class) und wie gewöhnlich sieben Grundschulklassen - Primary 1 bis Primary 7. Je nach Schuljahr sind zwischen 45 und 55 Kindern in einer Klasse. An der Schule unterrichten 15 LehrerInnen.

Alle Unterrichtsfächer werden an den Schulen in Uganda in Englisch unterrichtet, was zu großen Leistungsdefiziten führt. Die Kinder verstehen oft nicht gut Englisch und haben deshalb keinen Zugang zum Unterrichtsstoff. Die Lehrer sprechen häufig nicht einmal Luganda, da sie teilweise aus anderen Landesteilen nach Kampala gezogen sind. Daraus ergibt sich, dass die Kinder bei Examen häufig weder die Fragen verstehen noch die Lösungen parat haben. Die Unterrichtsmethoden stellen auf Frontalunterricht ab: Tafelbilder abschreiben, Texte im Chor nachsprechen, im Chor lesen oder dem Lehrer einfach nachsprechen, was er vorsagt. Eigenständiges kritisches Denken, Schreiben, Diskutieren oder Lesen werden teils auf Grund der Klassenstärke, auf Grund fehlender Motivation der Lehrer, schlechter Unterrichtsbedingungen und vor allem fehlender Materialien sowie Lehrbücher vernachlässigt.

 


Foto: D. Rübbelke

Typische Probleme der Schule

  • Mangelnde Schulausstattung, z.B. zu wenige Schulbänke und Tische
  • Fehlende Unterrichtsmaterialien, z.B. Schreibhefte und Bleistifte oder Füller
  • Fehlende Schul- und Lesebücher
  • Anzahl der Schüler in den einzelnen Klassen meist über 45 SchülerInnen
  • Altersunterschied in den Klassen sehr hoch
  • unterschiedliche Niveaus in Bezug auf Wissen und Fähigkeiten in den Klassen
  • unterschiedlicher sozialer und familiärer Background
  • mangelhaftes fachliches und pädagogisches Wissen und Können der Lehrer
  • Englisch als Unterrichtsspache stellt für SchülerInnen Verständnisbarriere dar
  • keine allgemeine Schulspeisung
  • Schulgebühren verhindern teilweise durchgängige Teilnahme am Unterricht

Bildungssystem in Uganda

Erst seit 1998 ist Grundschulbildung für die ersten vier geborenen Kinder einer Familie kostenlos. Wo vorher verhältnismäßig wenige Kinder zur Schule gingen, sind Klassenräume seither überfüllt. Das Lehrer-Schülerverhältnis liegt um 1:65. Zwar hat sich die Einschulungsrate drastisch erhöhte, aber die Qualität des Unterrichts bleibt unzureichend bis schlecht. Vielen staatlichen Schulen fehlt die Grundausstattung an Unterrichtsmaterialien, eine entsprechende Bibliothek, Ausstattung oder adäquaten Sanitäreneinrichtungen für Jungen und Mädchen. Oft sind die staatlichen Schulen auf den urbanen Raum konzentriert und es fehlt an genügend Grundschulen im ländlichen Raum und weiterführenden Bildungs- und Ausbilsungschancen.

Zwar arbeitet das Bildungsministerium mit einem entsprechenden sektorbezogenen Plan für die Finanzierung und Verbesserung des Bildungsbereichs im Rahmen von "Education for All" und kann hinsichtlich der Einschulungsraten in Grundschulen Erfolge aufweisen. Jedoch sind diese eher quantitativ statt qualitativ. Wenn Uganda also zu den 10 erfolgreichen Entwicklungsländern in Subsahra-Afrika gehört, welches das Milleniumentwicklungsziel "allgemeine Grundschulbildung" für alle Jungen und Mädchen bis 2015 wahrscheinlich durchsetzen wird, dann sollte man den qualitativen Aspekt im Hinterkopf behalten.

Bereitstellungsdefizite des Staates werden in ländlichen und städtischen Gebieten häufig durch NGOs, internationale Spendenorganisationen, private oder kommunale Initiativen ausgeglichen. Besonders letztere können nur auf Grund von Schulgebühren existieren, wie beispielsweise die New Bubajjwe Primary School.

 


Fotos: D. Rübbelke
 

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