Letztes Update: 03/12/04

WILLKOMMEN BEI DER DEUTSCHEN SEKTION DES GLOBAL MARCH GEGEN KINDERARBEIT

Kinder aus Zirkus befreit

Enormer Druck der Öffentlichkeit zeigte Wirkung

Kailash Satyarthi, bekannter Kinderrechtsaktivist und Chairperson von Global March Against Child Labour, Global Campaign for Education, South Asian Coalition on Child Servitude (SACCS) und Bachpan Bachao Andolan (BBA), wurde am 15. Juni 2004 brutal angegriffen, als er gemeinsam mit seinem Team elf nepalesische Kinder aus der Schuldknechtschaft des Great Roman Circus in Karnaiganj im nordindischen Staat Uttar Pradesh befreien wollte.

Befreite KinderSatyarthi und seine Kollegen, die auf Beschwerden der Eltern aktiv geworden waren, wurden mit Messern, Eisenstangen und Pistolen angegriffen. Zeugenaussagen belegen, dass die anwesenden Behörden einschliesslich der Polizei, zugeschaut hätten anstatt den Angriff zu verhindern, und in offenkundiger Komlizenschaft dem Zirkusbesitzer damit geholfen hätten, die Rettungsaktion zu vereiteln.

Nach dem Scheitern der Aktion legten die Eltern der elf minderjährigen Mädchen, die als Trapezartistinnen und Gehilfinnen im Zirkus arbeiteten, offiziell Beschwerde ein. 13 Mädchen, darunter drei der aktiv gewordenen Eltern, wurden am 26. Juni aus dem Zirkus freigelassen und zurück nach Nepal geschickt.

Die Aktivisten bekamen aus der ganzen Welt Unterstützung von Organisationen, Prominenten, Gewerkschaften, Koordinatoren von Global March und vielen anderen Menschen, die den Angriff verurteilten und ihre Solidarität bekundeten. 

Der enorme öffentliche Druck zugunsten der Kinder unBerfreites Kindd die Habeas Corpus Petition, die im High Court von Uttar Pradesh eingereicht wurde, brachten positive Ergebnisse. Acht weitere Mädchen wurden aus dem Zirkus gerettet und in ein Frauenzentrum gebracht. Sie warten derzeit auf die nächste Gerichtsanhörung am 23. Juli, bei der man, so hoffen wir, zu ihren Gunsten entscheidet und für die Zusammenführung mit ihren Eltern in Nepal sorgt.

Gespräche mit den befreiten Mädchen brachten zutage, mit welcher Brutalität sie behandelt und gequält worden waren. Es wurde auch klar, dass diese Zirkusgruppe, die mindestens 5 Zirkusunternehmen in ganz Indien betreibt, in mafiöse Machenschaften, den Handel mit Mädchen aus Nepal und illegalen Waffenhandel, verwickelt ist. Dafür sind offenbar auch gute Kontakte in Regierungskreise notwendig.

Positives Resultat der ganzen Angelegenheit ist, dass das Problem Kinderhandel und Ausbeutung junger Mädchen in der Unterhaltungsindustrie, besonders in Zirkusunternehmen in Indien, abermals an die Öffentlichtkeit gebracht wurde.

BBA/SACCS schätzt, dass es etwa 500 Mädchen gibt, die immer noch illegal in cica 50 Zirkusunternehmen in Indien beschäftigt sind. "Wir setzten unsere Kampagne fort," versichert Satyarthi.

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