Letztes Update: 03/12/04

WILLKOMMEN BEI DER DEUTSCHEN SEKTION DES GLOBAL MARCH GEGEN KINDERARBEIT

Schüler informieren sich über Kinderarbeit

Die Klasse 5d der Orientierungsstufe Bad Bentheim beschäftigt sich seit längerem mit dem Thema „Kinderarbeit“ im Unterricht. Im ersten Schritt vergegenwärtigten sich die Schülerinnen und Schüler, was sie unter Kinderarbeit verstehen und wozu sie dient. Übereinstimmend kamen die Kinder zur Überzeugung, dass sie durch Zeitungen austeilen, Baby sitten und andere Tätigkeiten Geld verdienen wollen, um sich besondere Wünsche erfüllen zu können, wie zum Beispiel CDs zu kaufen oder für größere Anschaffungen zu sparen.

Entsetzt reagierten sie, als ihnen offenbart wurde, wie „Kinderarbeit“ zum Beispiel in Indien aussieht und welchem Zwecke sie dient. Sie erfuhren, dass achtjährige Kinder täglich bis zu 14 Stunden an einem Knüpfstuhl sitzen, unterbrochen von lediglich zwei halbstündigen Pausen, in denen sie auch noch ihr Essen selber zubereiten und abwaschen müssen. Ihre Fingerkuppen sind mit Hornhaut überzogen. Eine schulische Ausbildung erfahren diese Kinder nicht. Sie wurden unter falschen Versprechungen ihren Familien abgekauft, um für wenig Geld Teppiche zu knüpfen, die mit hohem Profit verkauft werden. Ihren Eltern wird dagegen eine schulische Ausbildung versprochen und Geld, womit sie ihre Schulden begleichen können. Diese Versprechungen werden nicht eingehalten. Andere Kinder werden als Kindersoldaten eingesetzt und müssen die Grauen eines Krieges hautnah miterleben in ständiger Angst um ihr eigenes Leben.

1998 wurde der „Global March“ initiiert, auf dem Tausende von Kindern und Unterstützer aus allen Teilen der Erde gegen Kinderarbeit protestierten und auf Missstände aufmerksam machten. Gestützt auf diese Idee wollten sich in der nächsten Woche ca. 500 Kinder in Florenz treffen. Vier indische Kinder mit entsprechender Erfahrung im Bereich der Kinderarbeit wollten auf ihrem Weg nach Florenz in Bad Bentheim Station machen, um sich mit den Kindern der Klasse 5d auszutauschen und über ihre Erfahrungen zu berichten. Dieses Treffen kann leider nicht stattfinden, weil der italienische Ministerpräsident Berlusconi diesen Kindern die Einreise verweigerte und insgesamt nur 25 Visa für die Asien-Region ausstellte.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d waren sehr enttäuscht über diese Entscheidung. Umso erfreuter zeigten sie sich über die Bereitschaft des Arbeitskreises „Zukunft entwickeln“, am kommenden Freitag (07.05.04) in den ersten beiden Unterrichtsstunden ihnen Rede und Antwort zu stehen, um so wenigstens aus zweiter Hand Antworten auf ihre vielen Fragen zu bekommen, die sie mit sich herumtragen.

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